Egloff L, Laske A, Siebenmann R, Studer M, Huber M.
Das Bauchaortenaneurysma.
Resultate der chirurgischen Behandlung von 1987 bis 1998.
Schweiz Med Wochenschr 1999;129:1643–9.

Originalarbeit
Peer reviewed article

Das Bauchaortenaneurysma. Resultate der chirurgischen Behandlung von 1987 bis 1998

Abdominal aortic aneurysm

Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, Daten und Resultate der konventionellen «offenen» Chirurgie des Bauchaortenaneurysmas der letzten elf Jahre zu analysieren, um sie später mit denjenigen nach transfemoraler Graft-Implantation (Stent-Grafts) vergleichen zu können. Gleichzeitig soll auch untersucht werden, inwieweit präoperative koronare Abklärungen und Behandlungen die Prognose bei Patienten, die wegen eines Bauchaorteneurysmas operiert werden, verbessern können. Bei 52% der 195 konsekutiven Patienten fand sich präoperativ eine koronare Herzkrankheit. Die gesamte Operationsmortalität betrug 1,5%, bei elektiv Operierten mit infrarenalem Aneurysma 0,6%. Sie war nicht abhängig von einer gleichzeitig vorhandenen und behandelten koronaren Herzkrankheit. Im Spätverlauf war die koronare Herzkrankheit unabhängig davon, ob sie bereits präoperativ bekannt war oder nicht, die häufigste Todesursache. Die postoperative Überlebensrate war aber besser, wenn präoperativ keine koronare Erkrankung bestand. Späte Komplikationen am aortalen Graft traten lediglich bei einem Patienten auf (thrombotischer Graftschenkel-Verschluss). Die Resultate zeigen, dass der offene chirurgische Ersatz der Bauchaorta wegen eines Aneurysmas eine Operation mit kalkulierbarem Risiko und guter Langzeitprognose ist. Die koronare Herzkrankheit ist eine sehr häufige Begleiterkrankung und der wichtigste prognostische Faktor. Narbenhernien und Impotenz bei männlichen Patienten sind nicht seltene, nicht letale Komplikationen, welche die Lebensqualität beeinträchtigen können. Diese Daten und Resultate der konventionellen, offenen Chirurgie können später mit denjenigen nach transfemoraler Stent-Implantation verglichen werden, um entscheiden zu können, wann welches Therapieverfahren bei Bauchaortenaneurysmen empfohlen werden soll. Conventional open surgery for abdominal aortic aneurysm has recently been challenged by a closed transfemoral approach for repair (stent-graft). The presented data over the past eleven years after open surgery for graft implantation are intended to serve for comparison with future results after transfemoral graft placement. In addition, it is the purpose of this study to investigate the prognostic importance of treatment of concomitant coronary artery disease. Early mortality of all 195 consecutive patients with abdominal aortic aneurysm repair was 1.5%; it was 0.6% after elective repair for infrarenal aneurysm and not dependent on the presence of coronary artery disease if the latter was treated. Late outcome, however, related closely to coronary artery disease as a major risk factor. Late graft complications are extremely rare and occurred only once (graft thrombosis). Incisional hernias and impotence in male patients are non-lethal complications affecting quality of life. Open surgical repair of abdominal aneurysm is safe, and long-term, complication-free survival is good. Coronary artery disease is the most frequent concomitant disease and major risk factor requiring close observation and treatment. These results need to be matched by the new transfemoral graft implantation technique before broad application of the latter.

HerzZentrum Hirslanden, Zürich

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