Schlüsselgebiete der
wissenschaftlichen Forschung auf dem Gebiet der Allgemeinen Inneren Medizin sind: (1.)
Prävention; (2.) der natürliche Verlauf von häufigen Krankheiten; (3.) Verbesserung der
Resultate und der Effizienz von Gesundheitssystemen; (4.) «vernachlässigte» Krankheiten
(«orphan diseases»).
Die Krankheitsvorbeugung figuriert an der Spitze der Liste, weil vermeidbare
Krankheitsursachen eine sehr grosse Rolle in der Morbidität und der Mortalität der
Bevölkerung spielen, vor allen anderen der Tabak-Abusus. Forschung auf diesem Gebiet ist
schwierig, weil sie Fragen des persönlichen Verhaltens und Lebensstils berührt.
Forschung über den natürlichen Verlauf von häufigen Krankheiten ist von kritischer
Bedeutung für rationale Patientenentschlüsse. Neue Studien zeigen, dass Eingriffe,
welche bisher als sicher galten, in einem hohen Prozentsatz der Fälle Komplikationen nach
sich ziehen, wenn man sie vom Standpunkt des Allgemeinpraktikers aus betrachtet: Nach
elektiven koronaren Bypassoperationen kommt es häufig zu zerebrovaskulären Insulten;
erhöhte Mortalitätsrate nach pulmonaler Katheterisierung, hohe Inzidenz von Inkontinenz
und Impotenz nach transurethraler Prostataresektion.
Ein drittes Feld für Forschung in der Allgemeinmedizin ist die Verbesserung der
Behandlungsresultate durch Verbesserung der Gesundheitsversorgung. Dieses Gebiet berührt
das Problem der unnötigen chirurgischen Interventionen und der korrekten Verordnung von
Antibiotika.
«Vernachlässigte» Krankheiten («orphan diseases») bedeuten in diesem Zusammenhang
Leiden, für die sich keine medizinische Spezialität als zuständig betrachtet, wie
Demenz und Rückenschmerzen.
Das grösste Hindernis für die Forschung auf dem Gebiet der Allgemeinen Inneren Medizin
ist die Finanzierung. Es ist viel einfacher, Unterstützung für Forschung in
hochaktuellen Gebieten wie Kardiologie, Onkologie oder AIDS zu erhalten. Ein zweites
Hindernis entsteht oft durch spezielle Interessengruppen, die nicht nur die Finanzierung,
sondern auch die Politik beeinflussen. Wichtige Beispiele waren der Druck auf
Konsensuskonferenz-Entscheide betreffend die Rolle der Wirbelsäulenchirurgie bei
Rückenschmerzen und die Frage, ob Frauen zwischen dem 40. und 50. Altersjahr eine
jährliche Mammographie erhalten sollten oder nicht.
Damit die Forschung in Allgemeiner Innerer Medizin Resultate bringt, ist es von grösster
Bedeutung, dass eine genügende intellektuelle Infrastruktur vorhanden ist, d.h.
Unterstützung durch Epidemiologen, Biostatistiker, Ökonomen und Forschungsmethodiker. |
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The key areas of scientific
research in general internal medicine are (1) prevention; (2) the natural history of
common illnesses; (3) improving the outcomes and efficiency of the health care system and
(4) orphan diseases.
Disease prevention is at the top of the list because of the enormous role preventable
causes play in morbidity and mortality, above all tobacco. Research in this field is
difficult because it touches such questions as individual behaviour and personal choice.
Research in the natural history of common illnesses is critical to informed patient
decision making. Recent studies show that procedures thought to be safe bear a high
percentage of complications, when viewed from the generalists point of view: high
incidence of strokes after elective coronary bypass surgery; higher mortality rates among
patients having had pulmonary catheterization; high incidence of incontinence and
impotence after transurethral resection of the prostate.
A third area for research in primary care is how to improve outcome and efficiency through
improvements in the health care delivery system. This field touches the problem of
unnecessary surgical interventions and inappropriate prescription of antibiotics.
Orphan diseases in this context are conditions no speciality wants to study, such as
dementia and low back pain. The most important obstacle for research in the field of
general internal medicine is funding. It is much easier to be funded for research in high
profile conditions, like heart disease, cancer and AIDS. A second barrier to research
relates to the role of special interest groups in influencing not only funding but also
policy. Important examples were the pressure on consensus conference decisions on the role
of spinal fusion surgery for low back pain and on the question whether women between 40
and 50 should have annual mammography.
For generalist research to be fruitful it is of outmost importance to have an adequate
intellectual infrastructure, i.e. support by epidemiologists, biostatisticians, economists
and research methodologists. |